12.03.2018

Die besten Köpfe für den Lehrerjob – und für die Forschung darüber

Wie können werdende Lehrkräfte noch besser auf ihre zukünftigen, komplexen Aufgaben vorbereitet werden? Welche Kompetenzen sind zentral für guten Unterricht? Was bringen die neuen Aufnahmetests an Universitäten? Wie motiviert man die Besten ihres Fachs in den Lehrberuf einzusteigen? Und wie kann man Studierende individueller fördern?

Diese und weitere Fragen diskutierten rund 120 Experten aus bildungswissenschaftlicher und fachdidaktischer Forschung bei der „Winter School“, die von 21. bis 23. Februar an der School of Education der Paris Lodron Universität abgehalten wurde. Die Doktoratsstudierenden der School of Education, die sich auf Lehrerbildungsforschung spezialisiert haben,  trafen mit ihren KollegInnen aus der Schweiz und Deutschland  zusammen.

Die wissenschaftlichen Betreuer der Doktoratsstudierenden der School of Education, der Universität zu Köln und der Pädagogischen Hochschule St. Gallen tauschten sich dabei über den aktuellen internationalen Stand der Lehrer/innenkompetenzforschung aus.

„Das positive Echo auf diese Veranstaltung war großartig. Es wurde ein länderübergreifendes Netzwerk mit den jungen Nachwuchsforschern installiert, wir werden die gegenseitige Beratung verstärken und darüber hinaus werden wir uns ab sofort jedes Jahr in einem der drei Länder abwechselnd zu Winter oder Summer Schools treffen“, resümiert Priv.-Doz. DDr. Ulrike Greiner, Direktorin der School of Education.

Gemeinsam will man an einem kräftigen Qualitätsschub für die Lehrerbildungsforschung arbeiten und die Ergebnisse aus der eigenen Forschung für die Verbesserung der Praxis der Lehrerausbildung nutzen. Die  Doktoratsstudierenden bekamen ausführlich und individuell kompetente Beratung durch internationale Forscherteams  und in weiterer Folge neue Fortbildungsmöglichkeiten an den kooperierenden Universitäten, um die wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet der Fachdidaktik und Bildungswissenschaft in der Lehrerbildung zu verstärken.

Es werden zudem länderübergreifend Workshops angeboten und Forschungsprojekte vorangetrieben, welche die vergleichende Kompetenzentwicklung in Österreich, Deutschland und der Schweiz im Auge haben. Ziel ist es, Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu profitieren: „Die Schweiz ist beispielsweise bei der Praxisorientierung auf einem sehr guten Weg, die Universität zu Köln bemüht sich intensiv um die Spezialisierung und individuelle Förderung der Studierenden. Es muss nicht jeder von uns das Rad neu erfinden“, erklärt Greiner.

Ausgetauscht hat man sich auch zum zentralen Thema „Sprache im Unterricht“. „Sprache ist ein zentrales Werkzeug im Unterricht, egal in welchem Fach. Fachliche Inhalte werden durch Sprache vermittelt und erworben“, sagt Greiner. Im Unterricht treffen meist nicht nur unterschiedliche Sprachkompetenzen, sondern auch Fach- und Alltagssprache aufeinander. Diskutiert wurden bei der Fachtagung im Rahmen des Vortrags von Prof. Michael Becker-Mrotzek von der Universität zu Köln, auch Direktor des Mercator-Instituts, grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten für einen sprachsensiblen Unterricht: Wie erklärt man Schulthemen gut und interessant? Wie erstellt man verständliche Aufgaben?

Ein zentraler Diskussionspunkt war zudem, wie man nicht nur ein qualitativ hochwertiges Studium für Lehramtsstudierende schafft, sondern wie man die Besten ihres Fachs für den Unterricht an Schulen begeistert. Wir möchten besondere Anreize schaffen, um sehr motivierte, zielstrebige Studierende anzuziehen. Das Lehramtsstudium soll eine Option für besonders Motivierte sein“, so Greiner. Eigene „Interessensklassen“, bedürfnisorientierte Unterstützung und berufsbiographische Entwicklung sollen dabei einen großen Stellenwert bekommen.

Auch der Fortbildung der schon im Beruf stehenden Lehrkräfte sollte mehr Augenmerk geschenkt werden: „Lehrpersonen sollte es möglich sein, ihre Dissertation berufsbegleitend zu machen. Wir müssen viel mehr schätzen, dass sich Lehrpersonen bewusst weiterqualifizeren wollen“, so Greiner.  Dies muss auch im österreichischen Schulwesen mehr anerkannt werden. Lehrpersonen mit wissenschaftlichen Zusatzqualifikationen sind eigentlich zentrale Persönlichkeiten der Zukunft. Wer sonst soll an zunehmend autonomen Schulen Begleitforschung zusammen mit Universitäten vorantreiben und Evaluationen verantworten? 

Die Schwerpunkt Lehrerbildung gehört bereits zum Profil der Universität Salzburg und wird nun mit dem seit 2016/17 neu implementierten Studium für das Lehramt einen noch höheren Stellenwert bekommen. Lehramtsstudierende sollten sich im Zentrum des jeweiligen Fachs fühlen: „Auch den Fachwissenschaftlern an der Universität ist klar: Wenn 40 Prozent Lehramtsstudierende sind, muss das Angebot auch einen Bezug zu Lernen, Schule und Unterricht aufweisen.

Das geht einher mit einer sehr guten Fachausbildung. Die findet man eben hier an einer Universität, die beides bietet: die Fächer auf hohem Niveau, und die Bearbeitung der praktischen Erfahrungen und  Fragen mit dem Aufzeigen von neuen Denkweisen und praktischen Lösungen. Hier entsteht in Kooperation mit drei Pädagogischen Hochschulen aus Österreich und der Schweiz, die auch Partner des Doktoratskollegs sind, eine neue Gestalt von Lehrerbildung. Wir bauen an einem Zukunftskonzept, bekräftigt Greiner.

Barrierefreiheit: Kurzbeschreibung des Bildes

Foto 1: Eröffnung

Barrierefreiheit: Kurzbeschreibung des Bildes

Foto: 2: Dissertant Fabio Nagele, MA

Foto 3: Priv.-Doz. DDr. Ulrike Greiner, Univ.-Prof. Dr. Burkhard Gniewosz, VR Univ.-Prof. Dr. Erich Müller (alle Uni Salzburg), Rektorin Dr. Elfriede Windischbauer (PH Salzburg), Rektor Dr. Franz Keplinger ( PH der Diözese Linz), Rektor Prof. Dr. Horst Biedermann, Prorektor Prof. Dr. Christian Brühwiler ( alle PH St. Gallen)

 

Mag. Pfeifer

PR-Leitung

Universität Salzburg

Kapitelgasse 4-6

Tel: 0662/8044-2434

E-Mail an Mag. Pfeifer

  • ENGLISH English
  • News
    In diesem Workshop soll das Auge neben dem Ohr eine wichtige Rolle spielen. Anhand von Übungen werden sich die TeilnehmerInnen in Kleingruppen der Thematik nähern und sowohl visuellen als auch akustischen Klang formen.
    Der weltweit wichtigste Muskelkongress, die European Muscle Conference (EMC) fand dieses Jahr in Budapest statt. Salzburg war mit Stefan Galler vertreten. Galler hatte die EMC-Konferenz 2014 in Salzburg ausgetragen und war nun wiederum Mitglied des Scientific Commitee´s in Budapest. Bei der feierlichen Kongresseröffnung hielt er einen Nachruf auf den 2018 verstorbenen Muskelforscher Caspar Rüegg.
    Das Thema der Panorama:Uni am 22.10., 19 Uhr, Panoramabar Lehen, ist "Wanted: Die Kreativität der Kunden. Oder warum die neuen Technologien die Geschäftswelt verändern".
    Alexander van der Bellen zeigte sich beeindruckt von den kritischen Beiträgen der Studierenden des Salzburger Erasmus Master-Studiums „Digital Communication Leadership“ (DC Lead). In einer Audienz am Freitag, 5. Oktober, trugen fünf Studierende ihre Visionen einer digitalen Kommunikationswelt in der Hofburg in Wien vor.
    Mo 22.10.2018, HS E.001 (Unipark) Dr. Eveline Brugger (St. Pölten) "Unsern juden gemainklich solich genad getan". Mittelalterliches Judenrecht und fürstliche Judenpolitik am Beispiel Österreichs
    Dr. Lorenz Aglas, senior scientist der Arbeitsgruppe von Prof. Fatima Ferreira (FB Biowissenschaften), erhält aufgrund der hervorragenden wissenschaftlichen Ergebnisse seiner Doktorarbeit mit dem diesjährigen “Ursula und Fritz Melcher Dissertationspreis 2018” der Österreichischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (ÖGAI).
    Herr Prof. Dr. Christoph Schäfer (Alte Geschichte, Universität Trier) hält zu diesem Thema am 23. Oktober 2018 um 18.30 Uhr in der Abgusssammlung SR E.33, Residenzplatz 1, einen Vortrag.
    Die Leopold-Kohr-Akademie organisiert im September und Oktober 2018 zwei Veranstaltungen. Gemeinsam mit der Universität Salzburg betreibt die Einrichtung das Kohr-Archiv.
    Prof. Ruslan Mitkov, Professor für natürliche Sprachverarbeitung und Computerlinguistik an der Universität von Wolverhampton, UK, wird am Dienstag, 30. Oktober um 18 Uhr einen Vortrag zum Thema linguistic intelligence: computer vs. humans halten.
    Der Empfang findet am Mittwoch, 7. November 2018 an der Katholisch-Theologischen Fakultät, Universitätsplatz 1 (Salzburg) statt. 18:15 in der Kollegienkirche (Religionsverbindendes Gebet - gestaltet vom Afro-Asiatischen Institut Salzburg) 19:00 Empfang im HS 101 der Katholisch-Theologischen Fakultät (Universitätsplatz 1, EG)
    Einladung zur Lesung auf Französisch und Deutsch aus dem Roman "La concordance des temps", Mittwoch, 7.11.2018, 18:00 Uhr, Leselounge Fachbibliothek Unipark
    Konzertperformance im Rahmen des OPEN MIND Festivals WHAT'S LEFT / WHAT'S RIGHT in Kooperation mit ARGEkultur // Freitag, 09.11.2018 | 21.00 Uhr, Ulrike-Gschwandtner-Str. 5, 5020 Salzburg, Saal // www.w-k.sbg.ac.at/de/kunstpolemik-polemikkunst // Eintritt frei
    9.11.2018, 14.00 bis 17.30 Uhr, Bischofshaus, Kapitelplatz 2: Symposium "Stille Nacht. Weihnachten zwischen theologischem Anspruch und Populärkultur" und Ausstellungseröffnung "Stille Nacht, heilige Kunst" – Bilderzyklus von Johann Weyringer (Ausstellungsdauer bis zum 7. Dezember 2018). Veranstaltet von Erzdiözese Salzburg und Universität Salzburg, Theologische Fakultät (Organisation: Alexander Zerfaß).
    Im Rahmen der Vortragsreihe POLEMIK UND GENDER wird Ulrike Vedder vom Institut für deutsche Literatur der Humboldt-Universität zu Berlin am 14. November um 19h einen Gastvortrag im Unikpark Nonntal halten. // Erzabt-Klotz-Str. 1, E.002 (Agnes Muthspiel) // www.w-k.sbg.ac.at/de/kunstpolemik-polemikkunst
    Es ist wieder so weit, am 17. November 2018 findet das Konzert des Universitätsorchesters für dieses Semester statt.
    Politische Bildung ist in Österreich seit 1978 ein allgemeines Unterrichtsprinzip, also eine Bildungs- und Erziehungsaufgabe, die den Lehrkräften aller Schulfächer und Schulstufen obliegt. Die Ringvorlesung soll Wege aufzeigen, wie Demokratiebildung in verschiedenen Unterrichtsfächern funktionieren kann, sodass sich für Lehramtsstudierende und LehrerInnen unterschiedliche Perspektiven auf dieselbe grundsätzliche Herausforderung eröffnen.
    Herr Dr. Sven Th. Schipporeit (Institut für Klassische Archäologie, Universität Wien) hält zu diesem Thema am Mi, 21. November 2018 in der Abgusssammlungs SR E.33, Residenzplatz 1, einen Vortrag
    The workshop aims to examine the musicality of the body and vice versa the corporeality of music from a choreographic perspective. This approach corresponds with the extension of the concept of music as well as the questioning of performance traditions in the context of New Music, which also puts a stronger emphasis on the body.
    The relatively young democracy Poland, whose political climate has intensified considerably since the last elections, is also moving increasingly to the fore. Politically critical leaders of representative cultural organisations have been and continue to be replaced by the new administration, while independent creative artists appear to be able to find niches so far or already live outside the country.
    Vom 29.11. bis 01.12.2018 im Unipark Nonntal
    Am 6. Dezember 2018 finden an der Universität Salzburg die WTZ Training Days zum Thema Kommunikation, Dissemination und Verbreitung in H2020-Projekten statt.
  • Veranstaltungen
  • 20.10.18 KLANG-FORMEN
    23.10.18 Die Seeschlacht von Actium – Ein Sieg des Antonius?
    24.10.18 The Psychology of Cognitive Illusions
  • Alumni Club
  • PRESSE
  • Uni-Shop
  • VERANSTALTUNGSRÄUME
  • STELLENMARKT
  • Facebook-Auftritt der Universität Salzburg Twitter-Auftritt der Universität Salzburg Instagram-Auftritt der Universität Salzburg Flickr-Auftritt der Universität Salzburg Vimeo-Auftritt der Universität Salzburg