01.06.2019

12.12.: FIGURATIONEN UND SZENEN DES BEGINNENS

THEMENFELD LITERATUR: "Anfangen im System. Finden, Ordnen, Formen, Merken, Reden in der Rhetorik. VORTRAG von Stephan Kammer (Prof. für Neuere Deutsche Literatur, Universität München) // 19:15h "Der Schneeballeffekt: Too big to progress further" LESUNG von Ann Cotten (Autorin, lebt in Berlin und Wien) // w-k.sbg.ac.at/figurationen-des-uebergangs

Programm

Stephan Kammer

Anfangen im System. Finden, Ordnen, Formen, Merken, Reden in der Rhetorik

Wer sich im System der Rhetorik bewegt, scheint des Problems enthoben, über Anfänge eigens nachdenken zu müssen. Für alle Systemstellen des rhetorischen Geschäfts sind die Möglichkeiten des Anfang(en)s geregelt: Der inventio stehen die Topoi bereit, die dispositio strukturiert die Form des Redeeingangs, die elocutio Eröffnungszüge und Adressierungsmöglichkeiten, die memoria das Speichern der Rede. Nur anfangen muss man schließlich, auch dafür aber stets vorbereitet, doch noch. Diese systemische Anfangssicherheit konfrontiert der Vortrag mit der Situation, in der sich die ars rhetorica aufs Unvorbereitbare vorbereitet: die oratio extemporalis (Stegreifrede), die ihrem Namen entsprechend aus dieser Zeitlogik des Systems herausfällt.  

Stephan Kammer Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Studium der Germanistik, Neueren allgemeinen Geschichte, Soziologie und Kunstgeschichte in Basel; Promotion an der Universität Basel mit einer Arbeit zu Robert Walser (2000); Habilitation an der Goethe-Universität Frankfurt am Main mit einer Arbeit zum philologischen Wissen im frühen 18. Jahrhundert (2011). Stipendiat des DFG-Graduiertenkollegs ›Textkritik als Grundlage und Methode historischer Wissenschaften‹; Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Goethe-Universität Frankfurt am Main; Gastwissenschaftler am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte (Berlin) und am Zentrum Geschichte des Wissens (ETH/Universität Zürich); Gast- und Vertretungsprofessuren in Düsseldorf, München, Wien, UC Davis und Tübingen.

Forschungsschwerpunkte: Deutschsprachige Literaturen des 17. bis 21. Jahrhunderts im medialen Kontext; Europäische Moderne; Literatur- und Wissensgeschichte der Schrift, des Schreibens und der Philologie; Theorie und Geschichte der Künstlichkeit.

Ann Cotten, geboren 1982 in Iowa, mit fünf Jahren mit ihrer Familie Übersiedlung nach Wien. Sie schloss ihr Germanistik-Studium 2006 mit einer Arbeit über „die Listen der Konkreten Poesie“ ab, in der sie u. a. die „Eigendynamik der Liste als […] Machtinstrument eines Systems“ nachzuweisen versuchte. Nachdem sie auf Poetry Slams als Dichterin in Erscheinung getreten war und Gedichte sowie Prosa in Literaturzeitschriften und Anthologien veröffentlicht hatte, erschien 2007 ihr erster Gedichtband Fremdwörterbuchsonette. Cotten war Mitglied im Forum der 13 und trat auch als Literaturtheoretikerin in Erscheinung, die sich für die durch „Literatur vermittelte Erkenntnis […] kognitiver Prozesse […] in der Tradition experimenteller Poetiken“ interessiert.  Ihr Erzählungsband Der schaudernde Fächer, 2013 sei „ein Schlag ins Gesicht all derer, die finden, man müsse Literatur auch verstehen können“, urteilte Ijoma Mangold. Mangold erinnerten Cottens Erzählungen an Friedrich Schlegels Lucinde. Literarische und literaturjournalistische Beiträge verfasst Ann Cotten für die Tageszeitungen junge Welt und taz. Sie erhielt mehrere Förderpreise und Auszeichnungen, u.a. 2015 den Klopstock-Preis, 2017 den Hugo Ball Preis. Sie ist Mitglied der Berliner Akademie der Künste und lebt in Berlin und Wien. Zuletzt erschien der Roman Lyophilia im Suhrkamp-Verlag, Berlin 2019

KONZEPTION: Hildegard Fraueneder (Universität Mozarteum, Leitung PB Figurationen des Übergangs)

BILDNACHWEIS: VALIE EXPORT, Syntagma, 1983, 16mm Film, Filmstill, © VALIE EXPORT

 

Mag. Silvia Amberger

Programmbereichsreferentin

Wissenschaft & Kunst / PB Figurationen des Übergangs

Bergstr. 12a, 5020 Salzburg

Tel: +43-662-8044-2377

E-Mail an Mag. Silvia Amberger

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